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Widerristfreiheit richtig beurteilen.

Widerristfreiheit ist mehr als ein Spalt zwischen Sattel und Widerrist. Wer sie richtig beurteilen will, muss das Pferd in Bewegung sehen.

Was Widerristfreiheit wirklich bedeutet

Widerristfreiheit beschreibt den Zustand, in dem der Sattel den Widerrist des Pferdes weder im Stand noch in der Bewegung belastet. Das klingt einfach. In der Praxis ist es eines der am häufigsten fehlinterpretierten Kriterien.

Viele Reiter und auch Fachleute beurteilen die Widerristfreiheit ausschließlich im Stand. Dabei verändert sich die Rückenform des Pferdes in der Bewegung erheblich. Was im Stand frei ist, kann im Trab oder Galopp drücken.

Häufige Missverständnisse

Drei Finger Luft zwischen Widerrist und Sattel bedeuten nicht automatisch, dass der Sattel frei liegt. Die Richtung des Drucks, der Winkel des Kopfeisens und die Kissenform spielen eine mindestens ebenso große Rolle.

Ebenso verbreitet ist die Annahme, dass eine breitere Kammer automatisch mehr Widerristfreiheit bringt. Tatsächlich kann eine zu breite Kammer dazu führen, dass der Sattel nach unten sackt und den Widerrist von oben belastet.

Widerristfreiheit ist kein statisches Maß. Sie muss unter Bewegung, mit Reiter und auf verschiedenen Gangarten beurteilt werden.

Widerristfreiheit im Bespoke-System

Das Wither Freedom System denkt Widerristfreiheit nicht als einzelnes Kriterium, sondern als Teil der Gesamtkonstruktion. Winkel, Kanalführung, Kissengeometrie und Schwerpunkt werden so aufeinander abgestimmt, dass der Widerrist unter Bewegung frei bleibt, ohne dass andere Bereiche belastet werden.

Das Ergebnis ist keine kosmetische Freiheit, sondern funktionierende Freiheit. Das Pferd kann sich frei bewegen, der Reiter sitzt in Balance und die Druckverteilung bleibt gleichmäßig.

Häufige Fragen

Es gibt keine universelle Zahl. Entscheidend ist, dass der Widerrist unter Bewegung nicht belastet wird. Das hängt von der Gesamtkonstruktion ab, nicht nur vom Abstand.

Das Zusammenspiel von Kammerwinkel, Kanalbreite, Kissenform und Schwerpunkt. Nur wenn alle Faktoren stimmen, bleibt der Widerrist auch in der Bewegung frei.

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