Problem · Springen
Springsattel macht Druckstellen.
Druckstellen durch den Springsattel sind besonders tückisch: Die dynamischen Kräfte beim Springen – Absprung, Flugphase, Landung – verstärken jede Passformabweichung um ein Vielfaches.
Was im Trab noch tolerabel ist, wird über dem Sprung zum echten Problem.
Woran Sie es erkennen
Druckstellen oder Schwellungen im vorderen Sattelbereich – besonders nach dem Springtraining.
Weiße Stichelhaare an den Kontaktpunkten der vorderen Kissen.
Das Pferd zeigt Unwillen vor dem Sprung oder springt zunehmend flach.
Asymmetrische Druckstellen – eine Seite stärker betroffen als die andere.
Druckstellen erst nach dem Springtraining sichtbar, nicht nach der Dressurarbeit.
Was tatsächlich dahintersteckt
Beim Sprung verlagert sich das Gewicht des Reiters schlagartig nach vorne. Bei der Landung wirkt ein Mehrfaches des Körpergewichts auf den vorderen Sattelbereich. Wenn der Baum dort nicht exakt passt, entstehen extreme Druckspitzen.
Springsättel haben kürzere Kissen als Dressursättel. Der Druck verteilt sich auf weniger Fläche – und jede Ungleichheit wiegt schwerer.
Die dynamische Belastung beim Springen verschiebt den Sattel bei jeder Landung minimal. Über ein Springtraining mit 20–30 Sprüngen summieren sich diese Mikro-Verschiebungen zu sichtbaren Druckstellen.
Warum Standardlösungen oft nicht reichen
Stoßdämpfendes Pad
Federt die Landung ab, verteilt aber den Druck nicht besser. Bei einem nicht passenden Baum wird der Stoß gedämpft, der Druck bleibt.
Vordere Kissen nachpolstern
Kann kurzfristig helfen, verändert aber den Schwerpunkt und die Balance beim Sprung.
Weniger springen
Reduziert die Symptome, löst aber nicht die Ursache. Und für Springreiter ist das keine praktikable Lösung.
Bespoke-Ansatz
Wie wir dieses Thema lösen.
Ein Springsattel muss nicht nur für den statischen Sitz, sondern für die dynamische Belastung beim Sprung passen: gleichmäßige Druckverteilung bei Absprung, Flug und Landung.
Die vorderen Kissen sollten die Landungskräfte großflächig aufnehmen, ohne den Druck auf einzelne Punkte zu konzentrieren – und die Schulterfreiheit muss so groß sein, dass das Pferd beim Bascule die Schulter frei heben kann.
Für den Springsport gibt es die Bespoke-Modelle Falcon und Maverick – beide mit Wither Freedom System (WFS) und einstellbarem Kopfeisen. Welches zu Ihrem Pferd passt, klärt die Beratung.
Fazit
Druckstellen durch den Springsattel sind ein klares Warnsignal – verstärkt durch die dynamischen Kräfte, die beim Springen auftreten. Stoßdämpfende Pads behandeln das Symptom, nicht die Ursache.
Nur ein Sattel, der auch unter dynamischer Belastung korrekt liegt und den Druck gleichmäßig verteilt, kann Druckstellen beim Springen dauerhaft verhindern.
Aus der Praxis der Sattelanpassung bei Pferden mit hohem Widerrist.
Häufige Fragen
Die dynamischen Kräfte beim Springen – besonders bei der Landung – verstärken jeden Druckpunkt um ein Vielfaches. Was im Trab tolerabel ist, wird über dem Sprung zum Problem.
Lammfell federt ab, verteilt aber den Druck nicht besser. Bei hohen Sprüngen und häufigem Training reicht Abfedern nicht – es muss passen.
Bespoke beim Fachhändler
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