Problem · Iberer

Sattel für Iberer.

PRE, Lusitano, Andalusier – iberische Pferderassen begeistern durch ihre Eleganz und Versammlungsfähigkeit. Doch was sie als Reitpferde besonders macht, macht sie für die Sattelfindung besonders schwierig.

Iberische Pferde haben eine grundlegend andere Rückengeometrie als Warmblüter. Standardsättel, die für mitteleuropäische Sportpferde konstruiert sind, passen in den seltensten Fällen.

Woran Sie es erkennen

Der Sattel rutscht trotz korrekter Gurtung nach vorne oder zur Seite.

Trockene Stellen im Schweißbild – besonders im vorderen Kissenbereich.

Das Pferd zeigt Rückenprobleme: Wegdrücken, Festhalten, mangelnde Losgelassenheit.

Kein Sattel scheint zu passen – egal welche Marke oder Kammerweite.

Widerristfreiheit ist gegeben, aber der Sattel drückt an den Schulterblättern.

Was tatsächlich dahintersteckt

Iberische Pferde haben typischerweise einen breiten, flachen Widerrist mit einer ausgeprägten Schulterpartie. Gleichzeitig ist der Rücken oft kurz und stark gewölbt – mit einem deutlichen Schwung nach oben.

Diese Kombination ist das Gegenteil dessen, wofür die meisten herkömmlichen Sättel konstruiert sind. Ein Warmblut-Baum ist für einen langen, relativ geraden Rücken mit mittlerem Widerrist ausgelegt. Auf einem Iberer liegt dieser Baum vorne zu eng, in der Mitte zu flach und hinten zu lang.

Hinzu kommt: Iberische Pferde verändern ihre Rückenform unter dem Reiter stark. In der Versammlung hebt sich der Rücken, die Schulter weitet sich. Ein starrer Baum kann diese Dynamik nicht begleiten.

Warum Standardlösungen oft nicht reichen

Spezielle Iberer-Sättel

Besser als Warmblut-Sättel, aber oft immer noch Kompromisse. Ohne eine Konstruktion, die Schulterfreiheit unabhängig von der Kammerweite schafft, drückt der Sattel häufig an den Schulterblättern.

Breitere Kammerweite

Löst das Widerristproblem, schafft aber neue: Der Sattel liegt zu flach, der Schwerpunkt verschiebt sich nach vorne.

Baumlose Sättel

Bieten Flexibilität, aber keine konstruktive Druckverteilung. Bei Pferden mit kurzem Rücken kann der Druck punktuell sogar höher sein.

Bespoke-Ansatz

Wie wir dieses Thema lösen.

Bei Bespoke Saddles beraten wir Sie, welches unserer handgefertigten Modelle zum breiten Widerrist, zum kurzen, gewölbten Rücken und zur dynamischen Formveränderung Ihres Iberers in der Versammlung passt.

Alle Modelle haben ein anpassbares Kopfeisen, über das die Kammerweite auf die breite iberische Schulterpartie eingestellt wird. Bei herkömmlichen Sätteln hängen Widerristfreiheit und Kammerweite zusammen – beim Wither Freedom System (WFS) nicht.

Das Wither Freedom System sorgt zusätzlich dafür, dass die breite Schulter sich frei bewegen kann – auch wenn der Widerrist flach ist und die Kammer entsprechend weit sein muss.

Typischer Fall

Typisches Bild: PRE mit breitem Widerrist und stark gewölbtem Rücken

Ein häufiges Muster: ein PRE mit sehr breitem, flachem Widerrist und kurzem, stark gewölbtem Rücken. Mehrere Sättel wurden probiert – auch spanische Modelle – keiner sitzt zufriedenstellend.

Die Analyse zeigt: Die Rückenwölbung ist so stark, dass selbst sehr breite herkömmliche Bäume in der Mitte nicht aufliegen. Ein klassischer Brückensattel.

Ein Bespoke-Modell mit WFS, das Kopfeisen auf das Pferd eingestellt, kann hier gleichmäßiger aufliegen. Mit ausreichend Schulter- und Widerristfreiheit kann das Pferd sich in der Versammlung wieder freier bewegen.

Fazit

Iberische Pferde sind keine schwierigen Pferde – sie haben nur eine andere Anatomie als die, für die die meisten Sättel konstruiert werden.

Wer einen PRE, Lusitano oder Andalusier reitet, braucht einen Sattel, der Schulter und Widerrist Freiheit lässt – nicht einfach einen Warmblut-Sattel mit breiterer Kammer.

Eine Konstruktion wie das WFS in Kombination mit einem einstellbaren Kopfeisen ist für iberische Rassen oft die Lösung, die langfristig funktioniert.

Aus der Praxis der Sattelanpassung bei Pferden mit hohem Widerrist.

Häufige Fragen

Iberische Pferde haben einen breiten, flachen Widerrist, einen kurzen gewölbten Rücken und eine dynamische Schulter. Standardsättel sind für Warmblut-Geometrie konstruiert und passen daher selten.

Tendenziell ja, aber auch spanische Sättel decken einen Durchschnitt ab. Bei schwieriger Anatomie stoßen auch sie an Grenzen – entscheidend ist, ob Kammerweite und Schulterfreiheit zusammenpassen.

Baumlose Sättel bieten Flexibilität, aber keine konstruktive Druckverteilung. Bei kurzem Rücken und hoher Versammlungslast sind sie oft nicht die optimale Lösung.

Bespoke beim Fachhändler

Bespoke-Sättel und persönliche Beratung vor Ort erhalten Sie bei unseren Fachhändlern, zum Beispiel bei Reitsport Rhein-Main und Resch EQ.

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