Problem · Dressur

Dressursattel bei asymmetrischer Bemuskelung.

Asymmetrische Rückenmuskulatur ist bei Dressurpferden keine Seltenheit – sie ist die Regel. Einseitiges Training, natürliche Schiefe und individuelle Veranlagung führen dazu, dass kaum ein Pferd einen perfekt symmetrischen Rücken hat.

Problematisch wird es, wenn der Dressursattel diese Asymmetrie nicht berücksichtigt. Dann kippt der Sattel, der Reiter rutscht – und die Asymmetrie wird verstärkt statt ausgeglichen.

Woran Sie es erkennen

Der Dressursattel liegt sichtbar schief – trotz ebener Unterlage.

Der Reiter rutscht konstant auf eine Seite, besonders im Sitzen.

Einseitige Schweißmuster nach dem Dressurtraining.

Das Pferd biegt sich auf einer Hand deutlich schlechter.

Regelmäßiges Nachpolstern bringt nur kurzfristige Besserung.

Was tatsächlich dahintersteckt

Ein symmetrisch gebauter Dressursattel liegt auf einem asymmetrischen Rücken schief. Die stärker bemuskelte Seite drückt den Sattel auf der gegenüberliegenden Seite hoch – der Sattel kippt.

Im Dressursitz wirkt sich diese Schiefe besonders stark aus, weil der Reiter tief und eng im Sattel sitzt. Jede Neigung wird direkt auf das Becken übertragen und beeinflusst die Hilfengebung.

Nachpolstern kompensiert die aktuelle Asymmetrie, aber Bemuskelung verändert sich ständig – bei jedem Training, jeder Saison. Die Nachpolsterung von heute ist morgen veraltet.

Warum Standardlösungen oft nicht reichen

Regelmäßig nachpolstern

Endlose Korrekturschleife. Jede Nachpolsterung verändert auch den Schwerpunkt und die Balance – oft entsteht ein neues Problem beim Lösen des alten.

Shimm-Pads zur Nivellierung

Nivellieren den Sattel, verändern aber die Druckverteilung. Und sie müssen nach jeder Bemuskelungsveränderung neu eingestellt werden.

Intensiveres Geraderichtungstraining

Wichtig, aber kontraproduktiv, wenn der schiefe Sattel die Schiefe gleichzeitig verstärkt.

Bespoke-Ansatz

Wie wir dieses Thema lösen.

Bei Bespoke Saddles betrachten wir in der Beratung beide Rückenseiten genau und wählen das passende Modell. Die Kammerweite wird über das einstellbare Kopfeisen eingestellt, das Wither Freedom System (WFS) sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung.

Das Ziel: Der Sattel liegt möglichst gerade, auch wenn der Rücken es nicht ist. Der Reiter kann im Lot sitzen, die Hilfen werden gleichmäßiger übertragen.

Die Wollkissen können fachgerecht nachgearbeitet werden, wenn sich die Bemuskelung durch Training verändert. So kann der Sattel die Entwicklung des Pferdes begleiten.

Fazit

Asymmetrische Bemuskelung ist bei Dressurpferden normal. Ein symmetrischer Sattel auf einem asymmetrischen Rücken ist das eigentliche Problem.

Die Lösung ist ein Sattel, der die Asymmetrie berücksichtigt – und gleichzeitig dem Pferd die Möglichkeit gibt, durch korrektes Training symmetrischer zu werden.

Aus der Praxis der Sattelanpassung bei Pferden mit hohem Widerrist.

Häufige Fragen

In den meisten Fällen kann gezieltes Training die Asymmetrie reduzieren. Ein passender Sattel unterstützt diesen Prozess. Vollständige Symmetrie ist biomechanisch aber bei keinem Pferd erreichbar.

Alle 4–6 Monate bei aktivem Training. Bei Fortschritten im Geraderichtungstraining kann die Polsterung schrittweise wieder angeglichen werden.

Bespoke beim Fachhändler

Bespoke-Sättel und persönliche Beratung vor Ort erhalten Sie bei unseren Fachhändlern, zum Beispiel bei Reitsport Rhein-Main und Resch EQ.

Nächster Schritt

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Beschreiben Sie Ihr Pferd und die aktuelle Situation. Wir melden uns persönlich mit einer ehrlichen Einschätzung.

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